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Volker Mehnert, Claudia Lieb: Alexander von Humboldt

Besprechung

Das großformatige Sachbuch ist hochwertig aufgemacht und liebevoll illustriert. Mit Bildern von Pflanzen und Tieren, Landkarten und kleinen Szenen aus dem Leben des großen Forschers und Reisenden Alexander von Humboldt wird die Geschichte des jüngeren der beiden Humboldt-Brüder erzählt. 

In jugendgerecht verständlicher Sprache wird deutlich, dass der neugierige und abenteuerlustige Alexander zunächst ganz im Schatten des strebsamen großen Bruders Wilhelm steht. Dabei ist Alexander ganz anders: Er interessiert sich für die Naturwissenschaften und für die große weite Welt. Die Bekanntschaft mit Georg Forster, der mit James Cook drei Jahre auf den Ozeanen unterwegs war, feuert sein Fernweh noch mehr an. Mit dem Vermögen des früh verstorbenen Vaters gibt der Baron seine vielversprechende Beamtenstellung als Bergbauinspektor auf und reist zusammen mit Aimé Bonpland, der Arzt und Pflanzenkundler, der ihm zum Freund und treuen Reisegefährten wird, nach Venezuela. Nach 41 Tagen auf dem Meer kommen die beiden in einer anderen Welt an, im Regenwald „scheint die Natur aus allen Nähten zu platzen“ und sie kommen mit ihren Erkundungen kaum nach. Die beiden interessieren sich unter anderem für die Botanik, Zoologie, Geologie und die Sternenkunde. Humboldt zeichnet erste verlässliche Landkarten von vielen Gegenden, vor allem als sie auf dem Orinocco unterwegs sind. Ständige Planänderungen sind notwendig, um vorwärts zu kommen. Doch Humboldt muss eine unheimlich mitreißende Art und ein großes Charisma gehabt haben, denn Bonpland lässt sich ein ums andere Mal dazu überreden, weiter mitzureisen. Der Forscher verschließt aber die Augen nicht vor der Realität der Lebensverhältnisse in Mittel- und Südamerika: Die Sklaverei erkennt er als großes Problem und trägt dies sogar dem US-Präsidenten Thomas Jefferson vor. Nach seinen langen Reisen quer durch die Andenwelt ist Humboldt zur verehrten Berühmtheit geworden. Die Zeitungen im spanischen Kolonialreich berichten über ihn. Jeder will ihn sehen, hören und von ihm lesen. Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich stellt er Weltrekorde auf, macht wichtige Entdeckungen (Humboldt-Strom), plant den Panama-Kanal und ist im wahrsten Sinn ein Weltbürger. Seine Mahnung ist auch heute noch aktuell: „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben."

Didaktische Hinweise

Das Buch eignet sich hervorragend für Referate in verschiedenen Fächern, zur Anschaffung für die Schulbibliothek, für (Projekt-)Arbeit im Fachunterricht oder natürlich als Buchtipp (gerade für Jungs). Im Anhang befinden sich wertvolle Film-, Hör- und weiterführende Buchtipps zum Thema Alexander von Humboldt. Das Buch steht auf der Liste der „Die 100 Besten: Vorstellung der besten Kinder- und Jugendbücher“, die auf der 59. Münchner Bücherschau 2018 vorgestellt wurde.

Gattung

  • Sachbücher
  • Bücher für Jungs

Sachbuchkategorie

  • Forschen, Entdecken, Experimentieren
  • Biografien, Autobiografien, Porträts

Eignung

themenspezifisch geeignet

Jahrgangsstufen

6 bis 8

Fächer

  • Deutsch
  • Biologie
  • Geschichte
  • Geografie/Erdkunde
  • Natur und Technik

FÜZ

  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)
  • Interkulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2018

ISBN

978836959995

Umfang

112 Seiten

Medien

  • Buch