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Mark Twain: Tom Sawyer und Huckleberry Finn

Besprechung

Die Geschichte der beiden Freunde Tom Sawyer und Huckleberry Finn spielt am Mississippi und erschien erstmals 1876. Wie der Autor schon in der Einleitung des Buches feststellt, handelt es sich bei den Antagonisten zwar nicht um wirklich lebende Personen, aber durchaus um die Verbindung aus drei Jungen, die der Autor selbst kannte – dies ist durchaus an seinem liebevollen und sehr nachsichtigen Blick auf deren Abenteuer zu erkennen 30 Kapiteln erfährt die Leserin/der Leser die Geschichte der Kindheit von Tom Sawyer, der gerne zur Schule geht, sondern viel lieber durch die Gegend streift und andere von seinen Streichen überzeugt. Als Tom Huckleberry Finn kennenlernt, zeigt sich der Standesunterschied, denn eigentlich will niemand mit dem Sohn eines Alkoholikers, der noch dazu nicht zur Schule gehen darf (!) Umgang haben. Tatsächlich bekommt Tom allein dafür, dass er mit ihm spricht, Prügel von seiner Tante. Dennoch freunden sich die beiden Jungen an und geraten in ernsthafte Gefahr, als sie auf dem Friedhof einen Mord beobachten... Jedoch wendet sich alles schließlich zum Guten. Huckleberry Finn findet eine neue Heimat, in der er sich zwar nicht wohlfühlt, weil er plötzlich den gleichen Zwängen ausgesetzt ist wie alle Jungen seines Alters; denn er muss zur Schule und in die Kirche gehen. Dennoch will Huck es für seinen Freund Tom versuchen. Im zweiten Teil des Buches wird die Geschichte fortgeschrieben, da Huckleberry Finn hier zur Hauptperson wird und sein Leben auf der Flucht vor seinem Vater – gemeinsam mit einem Sklaven – beschrieben wird. Der Klassiker ist aufgrund seiner aus heutiger Sicht eher altertümlichen Sprache für Kinder sicherlich nicht leicht zu lesen. Dennoch können sie durch die Verbindung mit dem Geschichtsunterricht etwas über das Leben in Amerika dieser Zeit aus Sicht der Kinder lernen und ihnen wird zugleich die Bedeutung der Freundschaft über alle Standesgrenzen hinweg verdeutlicht. Dennoch muss an dieser Stelle betont werden, dass die Klassenlektüre eines Buches, in dem „Nigger“ und Gewalt als selbstverständlich dargestellt werden in der heutigen nicht unproblematisch und sollte äußerst sensibel behandelt werden.

Didaktische Hinweise

Da die Kapitel teils deutlich voneinander abgegrenzt sind, lassen sie sich teils auch einzeln lesen, beispielsweise im Vergleich zu Till Eulenspiegel-Geschichten, welcher ebenfalls für das Aushecken von Streichen bekannt ist. Gerade aufgrund der im Buch ausführlich dargestellten Problematik des Umgangs mit den Sklaven wie Tiere in der damaligen Zeit in Amerika muss der geschichtliche Hintergrund permanent in Bezug zur Handlung gesetzt werden, um hier ein Bewusstsein und eine kritische Haltung zu erzeugen. Denkbar ist auch der vergleichende Blick mit Verfilmungen, welche den geschichtlichen Hintergrund möglicherweise noch verdeutlichen können.

Gattung

  • Romane
  • Bücher für Jungs

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 6 bis 7

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

FÜZ

  • Interkulturelle Bildung
  • Kulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2011

ISBN

9783866476981

Umfang

668 Seiten

Medien

  • Buch