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Tamara Bach: Wörter mit L

Besprechung

Paulines Eltern haben sich getrennt. So lebt Pauline die halbe Woche beim Vater, die andere Hälfte bei der Mutter. Immer aber hat sie Natascha, sie ist seit Jahren ihre beste Freundin. Doch nun verliebt Natascha sich in einen Jungen. Pauline kann das nicht verstehen, sie selber träumt höchstens von einem Hund! Und dann gibt es da noch Leonie, die immer häufiger bei Pauline und Natascha rumsteht. Natascha stört das gar nicht, Pauline schon. Sie ist eifersüchtig und hat Angst, ihre beste Freundin zu verlieren. Mit Recht: Leonie interessiert sich auch schon für Jungs und weiß von dem Brief, den Natascha Tristan schreibt. Pauline nicht. Der Brief ist Anlass, dass Natascha und Pauline plötzlich nicht mehr miteinander reden. Natascha leidet. Obwohl sie den Konflikt aktiv angeht, gelingt es ihr nicht, ihn zu lösen. Und dabei bräuchte sie gerade jetzt Natascha ganz dringend, weil sich doch alles gerade verändert: Paulines Mama ist verliebt und auch sie lernt Lukas und seinen Hund kennen. Als aber eine ernsthafte Notsituation eintritt, ist Natascha da. So löst sich die Situation, auch wenn hinterher alles ein bisschen anders bleibt.
Mit „Wörter mit L“ ist Tamara Bach der Auftakt ins Kinderbuchgenre gelungen! Mittlerweile ist das Buch vielfach positiv rezensiert und auch für den Luchs Monats April 2019 nominiert. Das liegt nicht nur an der Thematik, dem Reifen vom Kind zum Teenager und dem damit einhergehenden Gefühlen. Der Patchworksituation mit zwei Zuhausen (ein Wort, das schon sprachlich kaum geht), mit der viele Kinder groß werden und das gerade in der Pubertät, wo man unverhofft, aber sofort einen Gesprächspartner braucht, eine Herausforderung darstellt. Der Reiz des Buches liegt auch an Bachs Sprache. Wie formuliert man das, was einen eigentlich sprachlos macht?

Didaktische Hinweise

Gerade hier kann auch Unterricht ansetzen. Schülerinnen und Schüler können mit ausgewählten Stellen (z. B. "Natascha bleibt stehen und lässt meinen Arm los…  Dann lass ich Natascha in Ruhe.“ S. 94 unten S. 95 Mitte) dazu aufgefordert werden, welche Formulierung sie hier für unverzichtbar halten, welche sie gerne ergänzen würden und welche sie komplett verändert hätten. So werden Empathie geweckt und ästhetisches Lesen gefördert und die Kinder dazu angeregt, sich mit Sprache und deren Wirkung auseinanderzusetzen.
Zur Einführung oder Übung sprachlicher Mittel eignet sich auch folgende Textstelle: „Natascha will nicht mehr mit mir in die Pause gehen, da ist jetzt Leonie, die läuft mit ihr da rum, und wenn die beiden mich sehen, drehen sie sich um und ändern die Richtung.  In der Pause sitze ich auf dem Mädchenklo und warte, warte, dass die Pause vorbei ist, dann warte ich, dass die nächste Stunde vorbei ist, und dann die danach, weil Natascha immer noch nicht neben mir sitzen will, weil sie mich nicht mal anschaut, weil zwischen uns ein leerer Platz ist und Leonie. Und drei Trillionen Lichtjahre.“ (S. 98). Die SUS sollen hierfür zuerst angeben, welche Textstelle ihnen konkret aufgefallen ist, wie sie auf sie wirkt und letztlich durch welches sprachliche Mittel diese Wirkung erzielt wird.

Auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt: Konfliktursachen und deren Lösungsversuche können thematisiert werden. Während die Sprache auch mittels Textauszügen Unterrichtsgegenstand sein kann, ist für die thematische Auseinandersetzung eine Ganzschriftenlektüre nötig – letztere empfiehlt sich allerdings nur eingeschränkt, da durch die Ich-Perspektive Paulinas männliche Leser im Buch kaum Identifikationsfiguren finden. 

Alle hier rezensierten Werke von Tamara Bach

Gattung

  • Bücher für Mädchen

Eignung

themenspezifisch geeignet

Jahrgangsstufen

6 bis 7

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Sprachliche Bildung
  • Familien- und Sexualerziehung

Erscheinungsjahr

2019

ISBN

9783551553867

Umfang

171 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book