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Benjamin Read; Laura Trinder: Emily und die geheime Nachtpost / Mitternachtsstunde Bd. 1

Besprechung

Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe für Mädchen

Emily wird in London mit einer verrückten Künstler-Mutter und einem eher zurückhaltenden Vater groß. Doch nach einem unheimlichen, nächtlichen Besuch verschwindet zuerst ihre Mutter – und ein paar Tage später ihr Vater. Zurück bleiben nur ein paar Gegenstände wie ein Bibliotheksausweis. Mit deren Hilfe macht sich Emily auf die Suche nach den Eltern. Und landet in einem früheren London voller Fantasiewesen. Darin scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Doch diese Welt, der auch ihre Mutter entstammt, ist bedroht. Kann Emily helfen, diese Welt zu retten?
Cover und Idee sind wirklich einladend. Die sprachliche Umsetzung spricht vielleicht auch durch die Übersetzung von Birgit Niehaus nicht alle Mädchen des angestrebten Lesealters an. Zum einen finden sich bisweilen verschachtelte Sätze, die für manche Leserinnen noch zu kompliziert sind. Zum anderen ist die verwendete Sprache oft „cool“, vielleicht sogar derb. Über ihre gefährlichste Gegnerin äußert Emily sich etwa so: „Ich denke, die soll hier das Sagen haben? Meinten Sie das nicht? Dabei ist die Alte komplett gaga. Aber so was von.“ (S. 145)
Hinzu kommt die Wende im Buch wie ein Deus ex machina daher. Emily erfasst ohne äußeren Anlass plötzlich alle Hintergründe und weiß, was zu tun ist. Was diese Erkenntnis ausgelöst hat, ist dem Leser nicht klar.  

Didaktische Hinweise

Dieses Buch ist daher nur eine Leseempfehlung für „coole” und zugleich gute Leserinnen.
Für den Kunstunterricht vermag die Mitternachtsstunde aber Umsetzungsanregungen bieten. Als Emily zum ersten Mal in der fremden Welt ist, werden die Wesen und deren Kopfbedeckungen dort gut beschrieben: „An all den Gestalten, die vorbeischlenderten, -glitten oder flatterten, fiel (neben der unglaublichen Monsterhaftigkeit) eine Sache am meisten auf: die Hüte. Jeder, wirklich jeder trug einen Hut. Und es gab eine schwindelerregende Vielfalt an ihnen. Von turmhohen Gebilden in schimmernder Seide über ramponierte, zerdrückte Kappen aus braunem Karton. Es gab Mützen, verrückte Blumengestecke und gigantische Kreationen aus Gräsern und Samt. Die weniger Wohlhabenden trugen Stroh- und Filzhüte, Schiebermützen, Schals oder irgendwelche Lumpen auf dem Kopf. Viele der Kopfbedeckungen hatten Löcher, aus denen Hörner, Schlangen oder Stielaugen ragten. Abgesehen von ein paar Monsterkindern hier und da, verzierten jeden Kopf, solange es einen Kopf gab, Hüte.” (S.89)
Was man sich hier lebhaft vorstellen kann, lädt zur Umsetzung mit Pinsel, Stiften oder Material ein.

Gattung

  • Bücher für Mädchen
  • Fantasy

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Jahrgangsstufen

5 bis 6

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Kulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783551521170

Umfang

320 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch